Pressestimmen

Quelle: Idsteiner Anzeiger, Ausgabe vom 14.09.2017
Quelle: Wiesbadener Tagblatt, Ausgabe vom 27.09.2017
Quelle: Idsteiner Zeitung vom 28.04.2016
Quelle: Idsteiner Zeitung vom 18.02.2016
Quelle: Idsteiner Anzeiger vom 12.11.2015

Wiesbaden: Unseriöse Reparaturkolonnen, sogenannte "Dachhaie", zocken gutgläubige Hausbesitzer ab

14.03.2012 - WIESBADEN
Von Wolfgang Degen

„Das war teures Lehrgeld. Das tut richtig weh", ärgert sich Katharina Kaufmann (Name geändert). Ein „Dachhai" hat jüngst ihren Mann beschwatzt: Das Dach des Einfamilienhauses sei undicht, es müsse schnell repariert werden, um Schlimmeres zu verhindern. Der 83-jährige Rentner fühlte sich in Zugzwang. Er ließ den Trupp aufs Dach. 7.000 Euro Material- und Lohnkosten kassierte der Chef der Kolonne. Bar, ohne Rechnung. Natürlich gibt es auch nichts Schriftliches über den Auftrag, nichts über Art und Umfang der Reparatur, null Gewährleistung.

„Dachhaie", so werden die reisenden Kolonnen genannt, die es besonders auf Senioren abgesehen haben. „Dachhaie" haben Kollegen mit anderer Spezialisierung – die „Kanalhaie" zum Beispiel mit ihren Angeboten für Kanal-TV-Untersuchungen. Verkauft als „vorbeugende Maßnahme". Dabei wird im Gespräch der Eindruck erweckt, als wären sie im Auftrag der Stadt unterwegs.

Die Angstmacher

Das Spiel mit der Angst ums Dach ist Teil des Geschäftes, das seinen Anfang an der Haustür nimmt. Zuweilen stammt der behauptete Wasserschaden aus der Plastikflasche, flugs in einem unbeobachteten Moment herbeigezaubert: „Hier, sehen Sie – alles feucht! Sie haben Glück, dass wir das so rechtzeitig entdeckt haben." Die Gutgläubigen sind froh, dass sie sich auf die „kostenlose Dachprüfung" eingelassen haben. Zur Masche zählt auch, dass Mörtel am First mit Gewalt abgebrochen wird. Das dient als „Beweis", wie sehr alles schon bröckele. „Beim nächsten Sturm fliegt ihnen das Dach um die Ohren".Dieser Satz schreckt Hausbesitzer. Morsche Holzreste, angeblich bei der Prüfung gefunden, sind ebenfalls ein Druckmittel.

„Häufig besteht keine Notwendigkeit für eine Reparatur", weiß der Wiesbadener Dachdeckermeister Günter Sattler. Er ist öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger, und auch in dieser Eigenschaft hat Sattler mit dem Treiben der „Dachhaie" zu tun. Viele, die sich als Dachdecker ausgeben und auf dem Dach werkeln, sind gar keine. Entsprechend mies sei die Qualität der Arbeit. Manche Opfer zahlen doppelt: Erst den „Dachhai", dann den Dachdecker, der repariert, was sein Vorgänger angerichtet hat. „Das kann im Einzelfall richtig teuer werden", sagt Sattler.

Als Katharina Kaufmann die Übergabe der 7.000 Euro zumindest quittiert haben will, wird sie angeblafft: „Wozu brauchen Sie das? Für Ihre Schublade?" Weil sie die Unterschrift nicht entziffern kann, hakt sie nach. „Wie heißen Sie denn?" Die Antwort spricht Bände. „Ei, wie der Chef". Der Chef, vom Reporter telefonisch zur Rede gestellt, reagiert sauer. „Ohne Rechnung schaff‘ ich net", behauptet er dreist. An die Kaufmanns könne er sich nicht erinnern. „Ich schaff‘ ja täglich, in Wiesbaden,Mainz und drumherum", sagt er.

Gutgläubigkeit

Die Schwachstelle war auch in diesem Fall nicht das angeblich undichte Dach, die Schwachstelle war die Gutgläubigkeit des Hausbesitzers. Der frühere Ingenieur hat altersbedingt nicht mehr durchschaut, was getrieben wird. „Dachhaie" verlieren keine Zeit, wenn sie ein Opfer gefunden haben. Sie legen möglichst schnell los, um Tatsachen zu schaffen. Dächer werden auf-, und Latten abgerissen. Dann ist eine größere Anzahlung fällig, bei den Kaufmanns waren es 3.000 Euro. Dass die „Dachhaie" flott loslegen, liegt keineswegs am Arbeitseifer – sie hebeln damit das vom Gesetz garantierte Rücktrittsrecht des Haustürgeschäftes aus.

„Das Thema Dachhaie schlägt bei uns jeden Tag auf", heißt es beim Landesinnungsverband des Dachdeckerhandwerks, eines Zusammenschlusses von 18 Innungen. In 90 Prozent der Fälle seien Senioren die Opfer, so die Schätzung. Wie bei vielen unseriösen und betrügerischen Geschäften erfolgt auch hier die Auswahl der Opfer gezielt. Es sind Fälle bekannt, in denen Adress- und Telefonverzeichnisse systematisch nach Namen durchforstet wurden, die Rückschlüsse auf das Alter der Bewohner zulassen. Häuser werden abgecheckt, die Bewohner kategorisiert. Der Landesinnungsverband reagiert mit Abmahnungen, wenn „Dachhaie" ermittelt werden können, Zoll und Polizei werden informiert. „Die Unseriösen arbeiten mit allen Mitteln", warnt Dachdeckermeister Sattler. „Aus meiner Sicht ist das klar Betrug".
Quelle: Wiesbadener Kurier, 14.03.2012

Dachdämmung bringt´s - Energie Tipp

Wer den Marktwert seiner Immobilie steigern will, greift gern zu energetischen Sanierungsmaßnahmen. Gerade in Zeiten hoher Nebenkosten wird das für Käufer und Mieter wichtig.

Zu den rentabelsten Sanierungsmaßnahmen zählen laut einer neuen Umfrage die Dach- und Fassadendämmung sowie eine gute Wärmeschutzverglasung. Im aktuellen Marktmonitor "Immobilien 2011" raten Experten verkaufswilligen Eigentümern vor allem zu einer Dachdämmung. Danach folgen Fassadendämmung und Wärmeschutzverglasung. Eigentümer, die ihre Immobilie nur vermieten möchten, sollten zuvörderst in eine fortschrittliche Wärmeschutzverglasung investieren, meinen die Experten. Auf Platz zwei und drei der Empfehlungen für Vermieter liegen die Fassadendämmung und die Brennwertheizung.
Quelle: Deutsche Handwerks Zeitung, 02.12.2011

Diese Hut-Mode sorgt auch für warme Füße

Wiesbadener Tagblatt vom 22.04.2006 Kopfbedeckung für Häuser: Dachgeschoss-Erneuerung ist gut für die Energiebilanz und erhöht den Wohnwert

In Zusammenarbeit mit der Kreishandwerkerschaft Wiesbaden-Rheingau-Taunus (KH) stellt das Tagblatt in einer zehnteiligen Serie bauliche Referenzobjekte in der Region vor, die unter den Gesichtspunkten Energieeinsparung, Emissionsreduzierung und Klimaschutz wegweisend sind. In einigen Folgen kommen die Partner des KH-Aktionsprogramms "Bedarf wecken" zu Wort, und schließlich werden die finanziellen Förderwege erklärt. Der heutige Beitrag befasst sich mit Dacherneuerung und -ausbau.

Von Lutz Schulmann

Was Dachdeckermeister Bernd Nies in dem dreigeschossigen Dotzheimer Wohnhaus aus dem Jahr 1935 unterm Dach vorfand, ließ ihn erst mal kräftig durchatmen. Winzige Kammern, notdürftig voneinander abgetrennt, das Dach komplett ohne Dämmung, zugige Spalten, die Schrägen mit eigentlich unbrauchbaren "Sauerkrautplatten" verkleidet, Zwischendecken aus Holz, Lehm und Stroh, und auch die Dacheindeckung selbst ließ unter heutigen Gesichtspunkten mehr als zu wünschen übrig. Was tun?

Die Antwort war schnell gegeben. Nies ging daran, mit seinen Mitarbeitern das Dachgeschoss komplett zu entkernen und neu aufzubauen. Das beinhaltete zum Beispiel die Erhöhung der Sparren, um später eine ausreichend starke Dämmung anbringen zu können, die komplett neue Dacheindeckung mit Tonziegeln, die Montage einer diffusionsoffenen, "atmenden" Unterspannbahn und den Einbau von Wohndachfenstern mit Sonnen- und Wärmeschutzverglasung, vormontierter Dämmung und Anbindung an die Dampfsperre.

Alle Maßnahmen zusammen sorgen für ein wesentlich verbessertes Raumklima im Dachgeschoss. Wohnfläche und Wohnwert steigen deutlich bei gleichzeitiger Senkung der Heizkosten. Peu a peu sollen auch die unteren Stockwerke des 30er-Jahre-Hauses modernen Energie-Erfordernissen angepasst werden, wahrscheinlich wird das Gebäude einen umfassenden äußeren Vollwärmeschutz erhalten.

Ähnlich radikal hat Zimmermeister Werner Ernst in Idstein eingegriffen. Hier gibt es eine Siedlung mit so genannten Stahlheber-Häusern, benannt nach dem damaligen Kreisbaumeister, die Ende der 40er Jahre entstanden. Die Wohnungsnot zu jener Zeit war groß, etliche Gebäude waren im Krieg zerstört oder zumindest schwer beschädigt worden, und es galt, in Westdeutschland Millionen von Flüchtlingen unterzubringen

"Die Stahlheber-Häuser waren zu jener Zeit eine wunderbare Erfindung", schwärmt Werner Ernst anerkennend. Mit der Senkung der Baukosten auf 30 Mark pro Kubikmeter umbautem Raum waren sie konkurrenzlos günstig, und sie boten zwei Familien Platz. Eine Wohnung hatte 40, die zweite 30 Quadratmeter. Im Prinzip bestand das Bauwerk aus einer Holz-Mauerwerk-Konstruktion, die mit fünf Kubikmetern Holz für die Skelettbauweise auskam - ein Prinzip, das auch im heutigen, modernen Holzhausbau wieder eine Rolle spielt.

Über die Jahre und Jahrzehnte stiegen naturgemäß die Ansprüche der Bewohner. In den 60er Jahren erhielt das kleine Haus einen Küchenanbau, später wurde das Wohnzimmer vergrößert. Familie Sponer, die heute hier wohnt, ließ im vergangenen Jahr eine größere Um- und Ausbauaktion zum Energie sparen vom Zimmergeschäft Ernst durchführen. Im Zuge dessen wurden das Dachgeschoss in Gänze entkernt, die Sparren für eine 20-Zentimeter-Wärmedämmung aufgedoppelt, das Dach neu gedeckt, Fenster mit Wärmeschutzglas eingebaut. Und schließlich erhielt das Flachdach auf dem Wohnzimmeranbau noch eine Aufstockung in Holzrahmenbauweise, so dass hier ein neues Zimmer für Tochter Julia entstand.

Energetisches Fazit all dieser Maßnahmen: Im Dachgeschoss herrscht jetzt Niedrigenergie-Standard. "Die Heizung konnte in diesem Winter oben oft ausbleiben", freut sich Mutter Isolde Sponer. Die Bilanz des Gesamtenergieverbrauchs im ersten Winter nach den Umbauten dürfte ebenfalls hervorragend ausfallen.